Shibari - erotische Kunst der Fesselung
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass Shibari die japanische Form des Bondage ist. Bondage und Shibari sind also Fesselungen. Diese werden zwischen Liebenden durchgeführt. Es ist also ein Teilbereich der Erotik und hat mit Gewalt nichts zu tun. Diese Fesselung hat nicht einzig etwas damit zu tun, den gefesselten Partner in seiner Bewegungsfreiheit einzuschränken, sondern dient auch dazu, den Menschen als ästhetisch erscheinen zu lassen, auch wenn er gefesselt wirdDiese Form der Fesselung wird jedoch auch dann angewandt, wenn man den Partner auf ein sadomasochistisches Spiel vorbereiten möchte. Zu jeder Zeit ist sicherzustellen, dass der Partner sich freien Willens fesseln lässt und dies seinem Empfinden und Verlangen entspricht. Shibari ist aus der japanischen Militärfesselung Hojojutsu erwachsen.
Shibari verfügt über viele Eigenheiten und hat mehr zu bieten als das einfache Knoten. So reicht sie bis hin zur Ganzkörperfesselung. Es gibt Bücher, die die verschiedenen Formen der Knoten vorstellen und mit deren Hilfe man somit Shibari erlernen kann. Die Seile, die bei dieser Form der Fesselung zum Einsatz kommen, bestehen größtenteils aus Hanf oder Jute. Um sie vor der ersten Anwendung geschmeidig zu machen, werden diese Seile länger vorbehandelt. Es ist auch möglich, dass sie geflämmt oder mit Öl behandelt werden. Es können jedoch auch Dinge wie Holzstäbchen, Bambusrahmen oder Panikhaken zum Einsatz kommen.
Nur wer sich länger damit beschäftigt, kann wirklich verstehen, was an Shibari so scharf ist. Man kann sich fallen lassen und die Verantwortung komplett aus der Hand geben. Für den Fesselnden sind es zumeist ästhetische Aspekte, die seine Lust auf mehr anregen. Beim SM/Spiel ist es einfach unheimlich reizvoll, seinem Partner wehrlos ausgeliefert zu sein und vielleicht in Kürze die Härte des Leders auf der Haut zu spüren. Auch wenn Vertrauen die Basis einer normalen Beziehung bildet, sollte sichergestellt sein, dass sich gerade Partner, die sich Fesselungen und BDSM im Allgemeinen hingeben, ein ganz besonderes Vertrauen zueinander aufgebaut haben. Der Reiz kann jedoch nicht allein darin bestehen, den Partner zu fesseln, sondern auch darin, gefesselt ausgeliefert zu sein. Insofern können beide, sowohl der passive als auch der aktive Part impulsive Höhepunkte erleben und schenken. Diese Form der Liebe ist besonders intensiv und durch viele Eindrücke geprägt. Während man in freiem Bewegungszustand viele Sinne zur Verfügung hat, ist man hier häufig darauf angewiesen, zu spüren, was dafür umso intensiver ist. Es kann einen als Gefesselten fast wahnsinnig machen, wenn zwischen den eigenen Schenkeln die Lust kocht, man aber nicht genau weiß, wann der Geliebte einen endlich erlöst.
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