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Sextourismus

Träumen Sie davon, hemmungslosen Sex mit ständig wechselnden und willigen Partnerinnen zu haben? Das Ganze kombinieren Sie mit einem erholsamen Urlaub in der Sonne, am Strand, und der Indische Ozean liegt Ihnen zu Füßen?

Zu den beliebtesten Reisezielen für Sextouristen zählen nach wie vor Thailand, die Philippinen, Brasilien, Tschechien, Afrika, die Dominikanische Republik, Slowakei und die Ukraine. Es sind aber nicht nur die Herren der Schöpfung, die die Dienste der meist ganz jungen Mädchen in Anspruch nehmen. Es gibt mittlerweile auch etliche Damen, die sich 14 Tage lang von einem dunkelhäutigen, gut gebauten Gigolo verwöhnen lassen.

Sehr vorteilhaft ist für die sexwilligen Freier, dass die Preise für die Liebesdienste der Prostituierten in den oben genannten Ländern ausnahmslos günstig sind.

Der Begriff „Sextourismus“ tauchte Mitte der 70er Jahre erstmals in großen deutschen Zeitungen auf und auch heute beschäftigen sich viele Berichte und Reportagen mit der Thematik. Der Ausmaß der Prostitution in Thailand ist eine direkte Auswirkung des Vietnam-Kriegs. Die amerikanische Armee rief bereits in den 60er und 70er Jahren Erholungszentren für Soldaten ins Leben, die hier zwischen den Kriegseinsätzen zur Ruhe kommen sollten. Dadurch stieg auch der Bedarf an weiblicher Begleitung und die Anzahl, der im Sex-Gewerbe tätigen Frauen und Männer explosionsartig.

Ein großer Teil der Sextouristen suchen das „Exotische“ in ihren Sexpartnern, so sind sie zum einen fasziniert vom Aussehen der Damen. Andererseits wirken die ständig lächelnden Asiatinnen besonders gehorsam und faszinierend auf die Freier. Bei den männlichen Sextouristen handelt es sich statistisch gesehen meist um ledige oder geschiedene Männer aus allen Alters- und Gesellschaftsschichten. Diese alleinstehenden Herren sind sich oftmals nicht bewusst, dass die Prostituierten nur deshalb so gehorsam und willig sind, da sie auf die ausländischen Devisen angewiesen sind. Immerhin ist die Prostitution in Thailand ein durchaus profitabler Wirtschaftszweig. Die Rotlichtbranche erwirtschaftet jedes Jahr einen Umsatz von rund 27 Milliarden Dollar.

In Thailand gelten Phuket, Pattaya, Bangkok, Chiang Mai als Zentrum für Sextouristen. Mindestens zwei Millionen Prostituierte arbeiten allein in Thailand. Leider werden laut internationaler Hilfsorganisationen etwa 200.000 Kinder und Jugendliche zur Prostitution gezwungen. Diese Kinder werden aus finanzieller Not von ihren Eltern an Schlepperbanden verkauft, die meist mit falschen Versprechungen locken. So wird den Eltern versprochen, dass ihren Kindern eine qualifizierte Ausbildung oder gut bezahlte Arbeit gesichert würde. Die Eltern wiederum wittern eine Chance, auf eine langfristige, finanzielle Unterstützung und ahnen nicht, dass ihre minderjährigen Kinder in Pädophilen-Bordelle landen und Ausländern mit entsprechender Neigung angeboten werden.

Diese Kinder geraten oftmals in einen Drogenteufelskreis. Um ihre täglichen Strapazen überhaupt ertragen zu können, greifen bereits zehnjährige Mädchen zu Drogen.

Wer einmal in die Abhängigkeit geraten ist, findet meist keinen Ausweg mehr aus Drogen-Strudel. Laut Schätzungen von UNICEF sind weltweit 3 bis 4,6 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren Opfer von Kinderprostitution. Eine erschütternde Zahl.

Zu einer anderen Gruppe gehören die „Freizeit-Prostituierten“, die neben ihrem Studium oder ihrer Ausbildung zahlungsbereiten Kunden in ein Hotel folgen, um ihr Einkommen aufzubessern. So können sie sich Luxusartikel wie ein Handy oder modische Kleidung finanziell leisten.

Prostitution ist sowohl in Thailand, als auch in afrikanischen Ländern verboten. Hinzu kommt, dass die Prostituierten gesellschaftlich geächtet werden. Wohl aus diesem Grund sehen sie sich als freiwillige „Begleiter“, die für ihre Zuneigung ein Geschenk erhalten.

Unterstützt eine Prostituierte mit dem verdienten Geld ihre Familie, wird meist nicht großartig nachgefragt, auf welchem Weg das vermeintlich viele Geld verdient wird. Die materielle Hilfe wird stillschweigend angenommen, ohne sich darüber Gedanken zu machen, dass durch eine „normale“ Arbeit, ein so hoher Verdienst nicht möglich wäre.

Gerade der asiatische Raum gilt auch als Sextourismus-Hochburg für Männer mit homosexueller Neigung. So können sie ihre Homosexualität freizügig ausleben, ohne dass Verwandte oder Bekannte von ihrer Neigung erfahren. Immer wieder wird in Fersehberichten über so genannte Katoeys berichtet. Die gängige Bezeichnung ist hier ladyman oder ladyboy. Die Transsexuellen arbeiten vorwiegend im Rotlicht-Milieu, weil es für sie außerordentlich schwierig ist, eine andere Arbeit zu finden. Kathoeys fühlen sich meist als Frauen in Männerkörpern und streben eine Geschlechtsumwandlung an. Nicht jede, die wie eine Frau aussieht, ist auch eine Frau! So kann es, wenn die Hüllen fallen, zu bösen Überraschungen für die Freier kommen!

Besonders in Thailand ist das Ziel vieler Prostituierter, dass sie durch ihre Arbeit einen reichen Mann kennen lernen, der sie aus dem Milieu befreit. Kaum eine Bardame ist an mehreren Kunden in einer Nacht interessiert. Sie hoffen auf ein Dauerverhältnis, das über die gesamte Besuchszeit des Touristen andauert. Wenn möglich, auch länger.

Schickt der „Partner“ auch aus seinem Heimatland Geld, wird weitere Prostitution weitesgehend vermieden. Für thailändische Prostituierte ist die Ehe mit einem Ausländer eine willkommene Chance, um aus dem Milieu zu entkommen.

Gerade im Sextourismus muss auch das Thema AIDS Erwähnung finden. Sex ohne Kondom ist in Deutschland nahezu unmöglich und unbezahlbar geworden. Sextouristen träumen von sexuellen Erlebnissen, ohne ein Kondom zu benutzen. Hiervon ist dringend abzuraten, denn Stichproben bei thailändischen Prostituierten haben ergeben, dass zwischen 30 und 90% der Prostituierten mit dem HI-Virus infiziert sind. Laut Schätzungen der WHO waren bereits im Jahre 2000 etwa vier Millionen Menschen mit HIV infiziert. Die afrikanischen Länder weisen die höchsten HIV-Infektionsraten auf. Sextourismus sollte äußerst kritisch betrachtet werden. Zum einen werden Menschenhandel und Kinderprostitution gefördert. Zum anderen sollte das Risiko an einer Geschlechtskrankheit zu erkranken, nicht unterschätzt werden.

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