Selfbondage
Selfbondage, wird besonders von experimentierfreudigen Anhängern der BDSM-Szene im Rahmen der Selbstbefriedigung praktiziert. Zahlreiche Selbstfesselungstechniken wie Seile, Ketten, Handschellen und Schlösser kommen hierbei zum Einsatz.In Sexshops werden Utensilien aus der SM-Szene für die Fesselung angeboten. Um die Techniken zu beherrschen, braucht man jedoch ein wenig Erfahrung. Die Stricke so zu verknoten, dass sie auch halten, ist nicht so einfach. Deshalb werden auch gerne Handschellen für diesen Zweck verwendet, die einfacher handzuhaben sind. Sie können zwar einfach verschlossen werden, ist derjenige jedoch erst einmal gefesselt, können sie jedoch meist ohne Werkzeug nicht so einfach wieder geöffnet werden.
Bei der Selfbondage wird zwischen zwei unterschiedlichen Arten unterschieden. Bei der sinnlichen Bondage spielt nur die Erzeugung des Gefühls, sich nur noch eingeschränkt bewegen zu können im Vordergrund. Hierbei werden die Fesseln so verknotet, dass man sich problemlos hieraus befreien kann. Oder der Schlüssel für eventuell verwendete Handschellen liegt in unmittelbarer Nähe des Gefesselten. Bei der strikten Selfbondage wird beabsichtigt ein starkes Gefühl der Hilflosigkeit des Gefesselten hervorgerufen, da die Fesseln beispielsweise so fest gezogen wurden, dass ein Befreien beinahe unmöglich ist.
Schlüssel befinden sich an einem unerreichbaren Ort, so dass der Gefesselte sich absolut unterworfen fühlt. Einige Praktizierer der Selbtfesselung bevorzugen so genannte zusätzliche Befreiungsmechanismen, die einen Notausstieg ermöglichen. Dieser Notausstieg zieht jedoch eine Bestrafung mit sich. So wird manchmal der Schlüssel für die Handschellen in einem Farbeimer gelegt, der Eimer wird an die Decke gehängt. Betätigt der Gefesselte die Reißleine, hat er zwar die Möglichkeit, sich zu befreien, ist sich aber auch darüber im Klaren, dass er seine komplette Zimmereinrichtung zerstört und ihm immense Kosten entstehen.
Eine weitere beliebte Technik ist, den Schlüssel für die Handschellen in einem Gefäß mit Wasser ein zu frieren. Der Gefesselte hat so keine Möglichkeit, an den Schlüssel heran zu kommen, bevor das Eis nicht geschmolzen ist.
Wieder eine andere Möglichkeit, sich vorzeitig zu befreien ist, den Schlüssel in einem Gefäß aufzubewahren, in dem sich eine unangenehme Flüssigkeit befindet. Einige Anhänger der Selbstfesselung bevorzugen hier Urin in einem Gefäß, der getrunken werden muss, um an den Schlüssel zu gelangen.
Selfbondage gehört zu einer der gefährlichsten Sexualpraktiken, da der rettende Partner in der Regel fehlt. So ist es in der Vergangenheit zu schweren und sogar tödlichen Unfällen gekommen. Allein in Amerika kommt es jedes Jahr zu 500 bis 1000 Todesfällen, die durch Selfbondage ausgelöst werden. In zahlreichen Fällen wurde ein gleichzeitiger Drogenkonsum festgestellt.
Besonders gefährlich sind die angewandten Techniken der Atemkontrolle, die eine Steigerung der sexuellen Lust erzeugen sollen. Zu den typischen Hilfsmitteln zählen Plastiktüten, angefeuchtete Stoffe oder Gas- und Latexmasken, die eine eingeschränkte Atmung hervorrufen. Gefesselte berichten über verstärkte Orgasmen, die durch den Sauerstoffmangel ausgelöst werden. Nachteilig bei dieser Form der Selbstbefriedigung ist jedoch, dass durch den fehlenden Partner kaum eine Chance besteht, sich selbst zu befreien. Gerät der Gefesselte in Panik, ist es schier unmöglich, einen klaren Kopf zu behalten und sich zu befreien. Zahlreiche Selbstfesseler sind bereits durch die Atemkontrolle erstickt oder haben sich selbst stranguliert.
Bei der Selfbondage wird eine Grundregel des BDSM gebrochen, nämlich, dass hilflose Personen niemals unbeaufsichtigt gelassen werden. Dieser Zustand gilt in der Szene eigentlich als tabu, für Anhänger der Selbstfesselung ist dies jedoch völlig normal. Ein zusätzliches Risiko tritt für den Gefesselten auf, wenn die Stricke zu fest verknotet sind. Eingeschnürte Gliedmaßen oder Finger, die durch eine mangelnde Blutzufuhr taub geworden sind, machen das Öffnen der Fessel unmöglich. Wer immer noch den Reiz verspürt, diese ungewöhnliche Art der Selbstbefriedigung auszuprobieren, sollte in Erwägung ziehen, entsprechende Fesseltechniken zuvor mit einem Partner oder einer Partnerin auszuprobieren. Auf eine strikte Fesselung, bei der eine eingenständige Entfesselung beinahe unmöglich ist, sollte wohl besser verzichtet werden. Wer an seinem Leben hängt, sollte insbesondere auf Techniken der Atemkontrolle verzichten.
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