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Jede Frau kann eine Hure sein (Buchrezension)

Buchrezension: Fucking Berlin - Studentin und Teilzeit-Hure von Sonia Rossi. Vor 25 Jahren dachten viele, dank Christiane F., dass hauptsächlich Drogensüchtige auf den Strich gehen. Natürlich ist es heute schon lange kein Geheimnis mehr, dass es viele Frauen gibt, die in Doppelleben führen, indem sie Mütter und Hausfrauen, Sekretärinnen oder Krankenschwestern sind und sich nebenbei Männern für Geld hingeben.

Sonia Rossi gibt einen ganz neuen Einblick in die Welt des roten Lichts. Die Autorin von "Fucking Berlin" zeigt, dass auch Studentinnen, oft künftige Akademikerinnen, also jeder in diese Situation kommen kann.

In ihrem Roman schreibt die Italienerin über sich selbst und wie sie sich als brave Studentin und laszive Prostituierte in Berlin durchschlägt. Davon, wie sie sich anfangs in einem Sex-Chat vor der Webcam räkelt, dann nackte Männer nackt in einem Massagesalon mit ihrem Händen befriedigt, schließlich im Bordell landet und den Gewissensbissen gegenüber ihrem arbeitslosen Freund Ladja. Sie schreibt ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und kennt in ihren Worten keine Tabus, aber auch wenig persönliches.

Leider kommen einem die Episoden im Bordell schnell vor wie die Alleebäume auf der Landstraße. Man sieht sie schon aus der Ferne auf sich zukommen, sie huschen rasent schnell an einem vorbei und dann hat man sie auch schon wieder vergessen. Die Autorin hangelt sich von einer Standart-Situation in die nächste ohne dass dabei besonders viel persönliches durchscheint. Gradlinig, ohne jede Wendung, ohne Überraschendes oder Neues erzählt Sonia Rossi ihre Geschichte. Am Ende werden die üblichen Klischees bedient und dem Leser wird vermittelt: jede Frau kann eine Hure sein.

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