Sexuallockstoffe - Pheromone

Spontane Unsympathie ist in den meisten Fällen auf unseren Sexuallockstoff zurückzuführen. Die Bemerkung „Ich kann Dich nicht riechen!“, hat somit eine ganz einfache Erklärung. Jeder Mensch sondert mit seinem Schweiß sowie den Körperflüssigkeiten Pheromone ab, im Unterbewusstsein wird dieser Geruch wahrgenommen und entschieden, ob er angenehm ist oder eben nicht. Das Wort Pheromon kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt „Träger der Erregung“.
Der individuelle Körpergeruch eines Menschen manifestiert sich besonders am Haaransatz, den Geschlechtsorganen, im Bereich der Nase und in den Achselhöhlen. An diesen Körperstellen befinden sich vermehrt apokrine Drüsen, die ständig ein leicht öliges Körpersekret abgeben. Der eigentliche Zweck der Pheromone ist die Werbung für die körpereigenen Gene und die Fortpflanzungsbereitschaft. Doch leider ist das mit der Paarungswilligkeit beim Menschen nicht so einfach wie beim Tier.
Denn auch Tiere verfügen über Pheromone, so hat das Niesen eines Ebers nicht unbedingt etwas mit Schnupfen zu tun. Durch das Niesen versprühen die Tiere ihren Sexuallockstoff, was zur Folge hat, dass das weibliche Schwein wie angewurzelt stehen bleibt und paarungsbereit ist. Landwirte haben sich von dieser Art der Schweineliebe inspirieren lassen und verwenden künstlich hergestellte Pheromone bei der Besamung der Tiere. Ebenso ist es bei Rüden, die völlig außer sich geraten, wenn sie eine läufige Hündin erschnüffeln. Ob der Duft des Lockstoffes Pheromon eine verführerische Wirkung auf das menschliche Unterbewusstsein hat, ist wissenschaftlich noch nicht belegt. Allerdings scheinen sie das menschliche Verhalten zu beeinflussen. Verhaltensforscher aus aller Welt versuchen, die Wirkung von Pheromonen anhand von Schnüffeltests zu belegen.
Studien mit natürlichem Pheromon und künstlich hergestellten Sexuallockstoffen Schon seit vielen Jahren versuchen Forscher herauszufinden, inwieweit der Sexuallockstoff auf das Unterbewusstsein des Menschen wirkt.
Die eindeutigsten Testergebnisse lieferte der Verhaltensforscher eines Wiener Instituts. Seine weiblichen Testpersonen mussten an Tüchern schnuppern, die zuvor mit frischem Männerschweiß getränkt wurden. In den menschlichen Ausdünstungen verbargen sich ebenfalls Abkömmlinge von männlichen Geschlechtshormonen, dem Androstenol und dem Abbauprodukt Androstenon. Während das Androstenol bei den Probantinnen wahre Glücksgefühle auslöste, reagierten die Damen eher negativ auf das Wahrnehmen des Androstenons. Der weibliche Hormonhaushalt spielt bei den Ergebnissen eine große Rolle. Während der Zeit des Eisprungs, der Empfängnisbereitschaft, empfanden die Frauen den Duft des eher unangenehm riechenden Androstenons als sehr angenehm. Bei Frauen, die mit der Antibabypille verhüten, also keinen Eisprung haben, stellte sich dieser Effekt nicht ein.
Auch Frauen geben ihren Sexuallockstoff an die Außenwelt ab. Im Vaginalsekret der Frau befinden sich verschiedene Fettsäuren, die als Kopuline bezeichnet werden. Diese Kopuline signalieren dem männlichen Unterbewusstsein, dass die Frau empfängnisbereit ist. Während dieser Zeit „duften“ die Damen besonders attraktiv für die männliche Nase. Im Jahre 2002 wurde in den USA eine Studie mit künstlich hergestellten Lockstoffen durchgeführt. Wissenschaftler mischten einigen ihrer weiblichen Testpersonen synthetische Pheromone in ihr Parfum. Welches Parfum der Frauen behandelt wurde und welches nicht, wussten nur die Forscher. Bei dem eindeutigen Ergebnis stellte sich heraus, dass 74% der Damen, die Pheromone in ihrem Parfum hatten, während der Testphase, häufiger körperlichen Kontakt zum männlichen Geschlecht hatten, öfter geküsst wurden und mehr Sex hatten. Single-Frauen hatten deutlich mehr Verabredungen zu verzeichnen, als vor dem Test.
Bislang ist noch nicht bekannt, wie der Mensch das Pheromon wahrnehmen kann. Zahlreiche Wissenschaftler halten ein winziges Organ in der Nasenscheidewand, dem Vomeronasalen Organ, dafür zuständig. Allerdings wurde dieses Organ nur bei 65% der Testpersonen entdeckt. Da ebenfalls keine Verbindung zum Gehirn gefunden werden konnte, wird davon ausgegangen, dass das Pheromon indirekt über den Geruchssinn wahrgenommen wird.
Das Pheromon-Parfum
Für die menschliche Nase ist es in der heutigen Zeit beinahe unmöglich, den Sexuallockstoff Pheromon wahrzunehmen. Aufgrund der vielen künstlichen Gerüche, die den natürlichen Duft überdecken, ist es beinahe unmöglich geworden. Bereits unsere Kleidung wird mit parfumierten Waschmitteln gewaschen, After shave, Deodorant und Parfum dominieren natürliche Gerüche. Mittlerweile gibt es einige Parfum-Hersteller, die versuchen, den Effekt der Duftstoffe synthetisch nachzuahmen. Menschliches Pheromon kann unter Umständen unangenehm riechen, deshalb wird auf einen Ersatzstoff zurückgegriffen. Hierzu eignet sich hervorragend Moschus, einem Sekret das von den Drüsen des Moschusochsen abgegeben wird. Der chemische Aufbau weist eine starke Ähnlichkeit mit der Zusammensetzung des menschlichen Schweißes auf.
Die Wirkung von Pheromon-Parfums fällt bei jedem Menschen unterschiedlich aus. Während der erste überhaupt nichts wahrnimmt, findet es der nächste unangenehm und der Dritte spricht sehr stark auf den Geruch an. Weniger hübsche Menschen können unter Umständen durch den Einfluss des Pheromons auf ihr Umfeld attraktiver wirken. Von einem Sinnesrausch kann jedoch keine Rede sein, selbst dann nicht, wenn ein verführerischer Duft um die Nase weht.
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