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Die Kräuter der Aphrodite – Aphrodisiaka

Bereits in der Antike wurden natürliche und berauschende Substanzen eingenommen, um die Libido zu steigern oder wieder zu beleben. Die belebenden Mittel sind unter dem Namen Aphrodisiaka bekannt.

Der Begriff Aphrodisiakum stammt aus dem Griechischen und ist auf das Fest Aphrodisia zurückzuführen, das vor über 5000 Jahren zu Ehren der Liebesgöttin Aphrodite gefeiert wurde. Bei diesem Fest wurden anregende und erotisierende Kräuter eingenommen, die der Aphrodite geweiht waren. Zun diesen Kräutern und Pflanzen mit aphrodisierender Wirkung gehörten unter anderem die Alraune, ein Nachtschattengewächs, das zu der Zeit als Zauberpflanze geschätzt wurde. In der heutigen Zeit gibt es zahlreiche, zum Teil chemisch hergestellte Aphrodisiaka, dessen Wirksamkeit jedoch äußerst umstritten sind. Ob sie die Libido wirklich anregen oder nur die menschliche Einbildungskraft die erwünschten Erfolge bringt, ist nicht bekannt. Bis heute werden noch häufig Kochexperimente durchgeführt, da man sich über die Wirksamkeit der Aphrodisiaka nicht ganz im Klaren ist.

Neben zahlreichen Kräutern und Gewürzen wie Vanille, Myrrhe, Thymian, Koriander, Basilikum, Zimt, Safran, Ingwer und Hanf, denen eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird, gibt es einige Nahrungsmittel mit ähnlicher Wirkung. Zu ihnen gehören beispielsweise Kaviar, Austern, Granatäpfel und Erdbeeren. Ähnliche Erfolge sollen mit Kakao, Kürbiskernen, Ginkgokernen, Chilischoten und Trüffeln erreicht werden.

Neben den erprobten pflanzlichen Mitteln, denen eine aphrodisierende Wirkung nachgewiesen werden konnte, gibt es auch einige Mittel, von denen man besser die Finger lässt, da sie gesundheitsschädlich oder sogar hochgiftig sind.

Die Spanische Fliege wird beispielsweise als Potenzmittel genutzt. In Sexshops werden Potenzmittel unter dem gleichen Namen angeboten. Sie sind allerdings nicht mit der eigentlichen Spanischen Fliege vergleichbar, da die entschärfte Wirkung keine nachweisliche Wirkung hat. Die aus der Familie der Ölkäfer stammende Spanische Fliege ist in Südeuropa anzutreffen. Das aphrodisierende Mittel wird aus zermahlenen Käfern hergestellt und ist ein starkes Reizgift. Es enthält den Wirkstoff Cantharidin, das bei Kontakt mit der Haut Blasen und Nekrosen bilden kann. Die orale Einnahme kann zu akutem Nierenversagen führen und somit tödlich sein. Da die Harnwege durch den Wirkstoff massiv gereizt werden, kann es zu einer Dauererektion kommen, die sehr schmerzhaft sein kann. Überdosiert kann die Spanische Fliege zu Störungen des zentralen Nervensystems führen. Früher wurde das Gifft der Spanischen Fliege als Tötungsgift bei Hinrichtungen verwendet oder diente bei Mordanschlägen.

Wer sich sexuell ein wenig anregen und stimulieren möchte, muss ja nicht gleich zu den härtesten Mitteln greifen und seine Gesundheit aufs Spiel setzen. Natürliche, pflanzliche Mittel können ebenfalls eine äußerst anregende Wirkung haben, die nicht gleich lebensgefährlich oder gar tödlich ist.

Pflanzliche Aphrodisiaka

Mittlerweile gibt es eine riesige Auswahl an Kochrezepten, die zahlreiche aphrodisierende Nahrungsmittel beinhalten. Zu den bekanntesten aphrodisiakahaltigen Nahrungsmitteln gehört die Auster. Die Liebesgöttin Aphrodite soll einer Auster entsprungen sein. Allerdings ist die Meeresfrucht nicht jedermanns Sache, da sie aus der Muschel herausgeschlürft wird und nicht gerade appetitlich aussieht.

Auch scharfe Chilischoten sollen angeblich „scharf machen“. Chili verfügt über eine anregende Wirkung und setzt Endorphine frei. Allerdings wirken sie bei jedem Menschen unterschiedlich.

Sellerie soll bei Männern eine aphrodisierende Wirkung haben, von der auch Frauen profitieren. Die Inhaltsstoffe der Knollenfrucht bewirken, dass der Anteil des Androstenols erhöht wird. Androstenol ist ein Inhaltsstoff des Sexuallockstoffes Pheromon und kann auf Frauen eine berauschende Wirkung haben.

Ebenso wirken zahlreiche Obst- und Gemüsesorten aphrodisierend. So wirken die ätherischen Öle der Artischocke stimulierend. Auch die Ananas wirkt stimulierend und anregend. Eine ähnliche stimulierende oder anregende Wirkung ist durch den Verzehr von Avocados, Agave, Basilikum, Muskatnuss, Jasmin, Pfeffer, Spargel, Vanille und Meerrettich zu erwarten.

Tierische Aphrodisiaka

Besonders häufig im asiatischen oder afrikanischen Raum sind aphrodisierende Wirkstoffe zu finden, die jedoch wenig appetlich sind. So gilt in Asien sowohl das Fleisch als auch das Gehäuse der Meeresschnecke Abalone zu den aphrodisierenden Mitteln.

Die Genitalien von Delfinen sind wahrlich auch nicht appetitlicher. Auf dem japanischen Markt werden sie jedoch als Liebes- und Potenzmittel hoch gehandelt.

Auch das Sekret der Riesenkröte „Bufo marinus“ wird als Rauschmittel geleckt oder geraucht und hat eine ähnliche Wirkung wie LSD. Das Pulver vom Horn des Nashorns gilt in Fernost als Aphrodisiaka. Allerdings ist die Wirksamkeit des Mittels nicht nachweisbar.

In unserem Kulturkreis ebenfalls sehr umstritten ist der Verzehr vom Tigerpenis. In Asien ist man jedoch der Meinung, dass sich die Potenz durch das Essen des Penis überträgt.

Wer sich dazu durchringen kann, eines der oben genannten Mittel zu sich zu nehmen, sollte jedoch wenigstens auf den Artenschutz achten. Weibliche Naschkatzen wird es interessieren, dass sich Schokolade aphrodisierend auf den weiblichen Organismus auswirkt. Leider kann die berauschende Wirkung erst dann festgestellt werden, wenn mehrere Kilogramm von den köstlichen Leckereien verzehrt werden. Bauchschmerzen und Übelkeit sind da nach dem Verzehr wahrscheinlicher als eine berauschende Wirkung.

Aphrodisierende Düfte

Aphrodisierende Wirkstoffe können auch durch ihren Duft ihre volle Wirkung entfalten. Überall wo wir hinkommen, werden wir von den unterschiedlichsten Gerüchen und Düften umgeben. Diese Gerüche müssen nicht immer angenehm sein. Düfte können sich positiv oder negativ auf unsere Emotionen auswirken. Bei unangenehmen Gerüchen ist es normal, dass wir mit Abneigung reagieren. Andererseits reagiert der Körper auf angenehme Düfte angeregt oder belebt. Im Unterbewusstsein nehmen wir sogar den Sexuallockstoff Pheromon wahr und entscheiden, ohne es zu wissen, ob wir das Gegenüber attraktiv finden oder nicht. Zu den aphrodisierenden Parfums gehören heute Düfte wie Amyris, Patchoui, Jasmin, Moschus und Sandelholz.

Wer wünscht sich nicht eine Körpermassage mit einem Massageöl, das mit einem der oben genannten Düfte angehaucht ist. Im Rahmen des Vorspiels ist es selbstverständlich, dass duftende Massageöle eine aphrodisierende Wirkung auf den Körper haben.


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